GÖNN DIR REGELMÄSSIG MUSSESTUNDEN Leider schieben, wie eine Untersuchung der Deutschen Sporthochschule in Köln herausgefunden hat, 74 Prozent der Frauen und 63 Prozent der Männer nötige Erholungspausen immer wieder auf.
Doch wer glaubt, zum Ausspannen sei allein der Urlaub da, wird von seinem ausgepowerten Körper und müden Geist meist eines Besseren belehrt:
"Liegestuhldepressionen", Nervosität und Unruhe durch plötzliches Nichtstun sind dann keine Seltenheit. Erholungseffekt gleich Null!
Besser ist es deshalb, regelmäßige Mußestunden im Alltag einzuplanen. Das bedeutet ja nicht, dass Sie tagelang faulenzen und dem süßen Nichtstun frönen sollen. Im Gegenteil:
Zu viel Faulheit und Zeittotschlagen ist eher kontraproduktiv und lässt dich in eine unbefriedigende Lethargie verfallen. Wichtig ist eine ausgewogene Abwechslung zwischen An- und Entspannung, zwischen
Arbeit und Pause, zwischen Stress und Musse.
Die kleinen Auszeiten zwischendurch, die Mini-Fluchten aus dem Alltag sind das wahre Anti-Stress-Programm. Musseminuten reichen auch schon.
10-PUNKTE-PROGRAMM FÜR MÜSSIGGÄNGER
Musse will gelernt sein. Und wenn du tagein tagaus in der Tretmühle steckst, fällt es dir garantiert nicht leicht,
von einem Augenblick zum nächsten stehen zu bleiben. Übe das Nichtstun. Selbst wenn du dich anfangs dazu fast zwingen müssen - Du merkst und spürst, wie gut es dir geht.
Am besten du fängst ganz klein und langsam an und überlistest dich zunächst ein wenig selbst:
1. BEGINNE MIT 5 MINUTEN MUSSE TÄGLICH Unternehme in dieser Zeit wirklich nichts. Weder lesen, noch Musik hören
oder essen - absolut nichts! Das ist gar nicht so einfach. Versuche es trotzdem!
2. WIDME DICH ZWECKFREIEN AKTIVITÄTEN Falls du das Nichtstun kribbelig macht, baue dir für deinen Weg zur Muße
erst einmal Brücken: Arbeite nur zum Zeitvertreib im Garten, höre Musik, vertiefe dich in einen dicken Roman, wandere - Hauptsache, die wählst einen Beschäftigung ohne Leistungsdruck.
3. MEDITIERE “ MINUTEN Setze dich bequem hin und schließe die Augen. In der ersten Minute (stelle
notfalls einen Wecker) beobachtest du einfach nur deine Gedanken. In der zweiten Minute konzentrierst du dich auf deine Atmung: einatmen - ausatmen usw. Mit der Zeit kannst du die Dauer dieser Übung
ausdehnen.
4. SUCHE MUSSEORTE Tauche in deine Badewanne ab, lege dich in eine Hängematte oder kuschle dich aufs Sofa und
signalisiere dir selbst: Jetzt ist die Zeit zum Nichtstun. Versuche, eine Weile einfach dort zu bleiben, ohne etwas zu tun, und sich in den Bann dieser Orte ziehen zu lassen.
5. BEOBACHTE MENSCHEN Setze dich allein auf eine Parkbank und lassen deinen Blick schweifen. Entdecke das
Treiben um dich herum. Wahrscheinlich dauert es nicht lange, bis deine Gedanken auf Wanderschaft gehen.
6. VERTRÖDLE BEWUSST ZEIT Nimm dir an einem Sonntagnachmittag mal nichts vor und lebe einfach in den Tag
hinein. Stöbere in Fotos, lies alte Briefe und riskiere ruhig etwas Langeweile. Nur so findest du über kurz oder lang zu innerer Ruhe und Musse.
7. GESTATTE DIR TAGTRÄUME Schick deine Phantasie öfter mal auf Reisen, z.B. zu Urlaubsorten, an denen du dich
wohl gefühlt hast. Erlauben deinen Gedanken aber auch, sich Dinge auszumalen, die du dir wünschst, oder Ideen weiterzuspinnen, die dir spontan in den Kopf kommen.
8. ÜBE MEDITATIVES GEHEN, TANZEN ODER SCHWIMMEN Regelmässige und rhythmische Wiederholungen schicken
deinen Körper und Geist in die Entspannung. Konzentriere dich ganz bewusst auf deine Schritte bzw. Schwimmbewegungen und atme dabei bewusst ein und aus.
9. MACHE EIN MITTAGSCHLÄFCHEN Gönne dir ein kurzes Nickerchen von 10 bis 15 Minuten, wann immer es möglich ist.
10. GENIESSE DIE HOHE KUNST DER MUSSE Wenn dich Stille nicht mehr nervös macht, sondern du in sie
hineinlauschen kannst; wenn du dich einen Tag lang einfach treiben lassen und dabei die Zeit ignorieren kannst; wenn du deine Seele jederzeit einfach baumeln lassen und ganz in einem Augenblick aufgehen
kannst - dann hast du es geschafft. Endlich Schluss mit Stress.
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