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Jetzt geht der Existenzkampf los. Ich stelle drei Rote vom Platz. Die Blauen schießen einfach kein Tor. Doch auf einmal steht der blaue Mittelstürmer frei vor dem leeren Tor.
Will vorbeischießen, stolpert und macht völlig unabsichtlich das eins zu null.
Ich war also erleichtert. Aber nur kurz. Dem Schützen des Tores steht jetzt der Angstschweiß auf der Stirn. Er schnappt sich bei der nächsten Gelegenheit den Ball und schießt
ihn ins eigene Tor. Und gleich darauf noch eins. Auf sein Konto gehen jetzt also zwei Eigentore und zwei verschossene Elfmeter. Sein Trainer wechselt ihn aus. Er wird von seinen Betreuern abgeküsst.
Dann ist Halbzeit, der Herr mit der Sonnenbrille kommt wieder zu mir: „ Wenn so bleibt, du tot!“
Da war es mir dann egal. Ich wollte nur noch meine nackte Haut retten. „ Der Schiedsrichter ist ja sowieso Luft“ sagt ich mir selber. Ich pfeife also sofort nach der
Pause Freistoß. Und schieße den Ball mit meinem eigenen rechten Fuß ins Lattenkreuz von den Roten. Zwei zu Zwei.
Gleich darauf auf der anderen Seite: Die Blauen wollen sich wieder Selbst ein Tor schießen. Ich werfe mich und fauste den Ball aus der Torecke. Der anschließende Eckball
bringt nichts ein....„ Und wie ist das Spiel dann ausgegangen?“ fragt Marion.
„Kurz vor Schluss hat jeder im Stadion endgültig gewusst: Hier spielt nicht Rot gegen Blau – hier spielt der Schiedsrichter gegen alle. Also: Mir war sowieso alles egal.
Ich zeige allen Spieler, die noch auf dem Platz sind, die Rote Karte. Schaue auf die Uhr: Die Spielzeit ist abgelaufen, ich gebe also noch eine Minute Nachspielzeit.
Es war ein saukomisches Gefühl. Ich ganz allein auf dem weiten, riesigen Fußballfeld. Die Zuschauer rasen und toben. Ich gebe Schiedsrichterball. Werfe mir den Ball selbst vor
die Füße und schieße das drei zu zwei für Blau, pfeif ab und schreie: Aus, Aus, Aus! Das Spiel ist aus. Blau ist ........
Dann bin ich Gott sei Dank aufgewacht.
War das ein Stress. Ich glaube, wenn jetzt jemand kämme und würde mir dafür ein paar tausend Euro geben: Ich würde sie annehmen. Ich habe das Gefühl, dieses Geld hätte ich mir redlich verdient!“
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